Fischbein - einst Polstermaterial für Matratzen

sichelförmig gekrümmte, hornartige Platten die an jeder Seite des Rachens der Walfische am Oberkiefer und Gaumenknochen sitzen. Diese Barten zerfasern sich an ihrem Rand zu Roßhaar ähnlichen Längsfasern, die am Oberkiefer aus dem Rachen heraustreten und eine Art Bart bilden.
Die größten, in der Mitte des Gaumens liegenden Barten sind bis zu 5 Meter lang, 9 bis 10 cm stark und bis zu 35 cm breit. Das Gesamtgewicht der Platten und Barten erreicht bis zu 1500kg.

Das Fischbein wurde in lange Stücke zerschnitten, bis zum Erweichen in Wasser gekocht und mit Messer oder Hobel zu sogenannten "Fischbeinreißen" verarbeitet.

Fischbein diente zur Herstellung von Schirmstangen Stöcken, Peitschen, Flechtwaren, künstlichen Blumen, Korsetts etc.

Die bei oben genannter Verarbeitung anfallenden Reste verwendete man als Polstermaterial - auch für Matratzen.


Dazu ein Auszug aus einer Reisebeschreibung:

Skizze aus dem Leben eines Schiffarztes
Von Fr. Berner. Erschienen bei "Union Deutsche Verlagsgesellschaft" Stuttgart, Berlin Leipzig 1898

Im Juni begann der Walfang; zu diesem Zweck segelte die "Hope" von ihren ersten Jagdgründen zwischen dem 71. und 78. Grade nördlicher Breite nach der Gegend zwischen dem 79. und 80. Grade, wo die meisten Wale angetroffen werden. Daselbst dauert die Fangzeit drei Monate.
Der Wert eines großen, ausgewachsenen Wales beziffert sich heute auf zwei bis dreitausend Pfund Sterling oder vierzig- bis sechzigtausend Mark. Am meisten fällt hierbei das kostbare Fischbein, das aus den Barten des Wals (Bartenwal) gewonnen wird, ins Gewicht.

Bartenwal Maul

Gaumen eines Bartenwals mit Barten

Der Preis desselben wird voraussichtlich im Laufe der Zeit immer mehr steigen, da die Zahl der Wale von Jahr zu Jahr abnimmt. Nach Kapitän Grays Ansicht befanden sich zur Zeit unserer Reise, im Jahr 1890, in den gesamten grönländischen Gewässern nur noch etwa dreihundert Wale.

Als Surrogat (Ersatz) kamen Federkiele vom Truthahn oder "Spanisches Rohr" zur Verwendung.

Als "Weißes Fischbein" bezeichnete man die Schulpen von Sepia (Tintenfisch)

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