Mais, Maisfaser, Corn Fiber, Ingeo


Lediglich in den USA und Japan werden Textil-Fasern aus Mais produziert. Corn Fiber, auch Ingeo, wie die Faser aus Mais auch genannt wird, ist eine relativ neue Faser und wird aus der Stärke des Maiskorns hergestellt.
Für die Herstellung der Fasern sind folgende Schritte notwendig
Gewinnung der Maisstärke
Vergärung in Traubenzucker, Umwandlung in Milchsäure
Destillation in Polymere

Die danach im Schmelzspinnverfahren gewonnene Polylactatfaser (Poly Lactit Acid) ist laut TGK (Textilkennzeichnungsgesetz) eine Chemiefaser.
Ethisch ist diese Herstellung von Fasern aus Lebensmitteln mehr als fragwürdig, auch wenn Corn-Fiber kompostierbar und damit biologisch abzubauen ist. Eine Ökobilanz über diese Art der Fasergewinnung würde sicher negativ ausfallen. Es gibt sinnvolle, ausgereifte Verfahren um Zellulose für die Produktion von Chemie-, Regenerat-, Viskose-Fasern zu gewinnen, z. B. aus Buche, Eukalyptus, Fichte und sonstigen Holzabfällen.
Eigenschaften
Viskose-Maisfasern haben einen seidigen Griff und Glanz, jedoch ein nur geringes Vermögen Feuchtigkeit aufzunehmen. Die Feuchtigkeitsaufnahme von Corn Fiber entspricht ungefähr der von Polyester-Fasern. Zum Vergleich: Baumwolle nimmt das 15-fache an Feuchtigkeit auf. Corn Fiber ist sehr stabil, elastisch und besitzt eine hohe UV-Resistenz. Nach heutigem Stand der Entwicklung haben die Chemie-Mais-Fasern jedoch einen hohen Schrumpfwert und neigen zum Knittern, was sich auch bei der Pflege nachteilig auswirkt. 
Bettwaren aus Mais
In Bettwaren wird Corn Fiber, Ingeo-Maisfaser vornehmlich als Füllung von waschbaren Bettdecken und Kissen verwendet. Gelegentlich gibt es Reklamationen, nachdem Kunden solche Bettwaren gewaschen haben, was mit den o. g. hohen Schrumpfwerten und der Knitterneigung zusammenhängen könnte. 
Bettwaren die - aus oder mit - der tatsächlichen, echten  »Naturfaser Mais«  hergestellt werden sind uns nicht bekannt! 
Quellen: 
Textilwirtschaft Nr.33
Anton Schenek Naturfaser-Lexikon ISBN 3-87150-638-9
Für die freundliche Unterstützung danken wir Herrn Prof. Dr.-Ing. Anton Schenek, Hochschule Reutlingen

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