Kapok-Bettwaren


Ceibawolle, Pflanzendune, Pflanzenwolle oder Bombaxwolle werden die weißen bis bräunlichen Samenhaare des Kapokbaums genannt. Der Kapokbaum, auch Wollbaum (Ceiba pentandra), der zur Familie der Wollbaumgewächse (Bombacoideae) zählt und eine Untergattung der Malvengewächse (Malvaceae) ist, wächst in tropischen Gebieten wie zum Beispiel: Afrika, Ceylon, Indien und Indonesien. Ein Kapokbaum, der bis zu 70 Meter hoch werden kann, ist das Wahrzeichen von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone und wird dort verehrt.
Aus der Fruchtwand der schotenförmigen, einer Banane ähnlichen Frucht des Kapokbaums werden die bis zu 40mm langen und 20 bis 30µ (zweihundertstel bis dreihundertstel Millimeter) breiten Fasern gewonnen. Die Kapokfasern sind stabartig glatt, glasartig glänzend, ohne jegliche Struktur, mit einer wasserabweisenden Wachsschicht überzogen und haben einen typischen Eigengeruch. Zudem besitzen die Fasern sehr große Hohlräume und enthalten einen Bitterstoff  der Insekten fernhält.
Kapokfasern besitzen zwar eine ausreichende Druckfestigkeit, jedoch nur geringe Stabilität gegenüber mechanischer Beanspruchung und wurden aus diesem Grund früher ausschließlich in Polstermöbeln und Rettungsringen verarbeitet. Aufgrund der großen Hohlräume die Kapokfasern aufweisen, werden diese neuerdings auch zur ökologischen Wärmedämmung in Gebäuden eingestetzt.
Auch in Bettwaren wie Kissen, Unterbetten, Matratzen und Zudecken finden die Kapokfasern in neuerer Zeit Verwendung. Hier ist allerdings die geringe Festigkeit der Kapokfasern zu berücksichtigen. Eine Verwendung von Kapok als Matratzenfüllung ist sicher sinnvoll, denn hier sind die Fasern fixiert und erfahren lediglich eine Druckbelastung gegen die Kapok relativ unempfindlich ist. Für Kissen, Unterbetten und Zudecken dagegen ist Kapok wegen der hier unvermeidbaren, enormen mechanischen Beanspruchung weniger geeignet. Die Kapok-Fasern werden beim Gebrauch in den Bettwaren permanent aneinander gescheuert, geknickt und man findet, je nach Intensität der Beanspruchung und Schlafgewohnheit, bald nur noch Kapok-Mehl statt Kapok-Fasern vor.

Kapok-Baumwoll-Decke aufgetrennt, die aus dem Baumwoll-Vlies gelösten Kapok-Fasern haben sich an den Ecken gesammelt

Oben im Bild eine gebrauchte, zur Demonstration aufgetrennte Kapok Baumwolldecke. Das zurückgeschlagene Baumwollvlies ist noch völlig intakt, während die Kapokfasern sich aus dem Vlies gelöst und in den Ecken, Kanten und Nähten in Knöllchen angesammelt haben.

Makro-Aufnahme der sich zusammengeballten Kapokfasern

Oben im Bild eine Nahaufnahme der Kapok-Knöllchen. Dazwischen Reste von Baumwoll-Samenkapseln und Kapokschoten. Solche Beimengungen sind unvermeidbar und nicht nachteilig im Gebrauch.
Besonders ungeeignet sind Kapokfasern als Beimischungen in Naturhaardecken. Die sehr glatten, geraden  Kapokfasern haben in den homogenen Vliesen aus Kamelhaar, Wolle, Baumwolle etc. keinerlei Halt. Sie vagabundieren daher innerhalb eines Vlieses und sammeln sich zwangsläufig schon nach kurzer Zeit des Gebrauchs an Kanten, Ecken und Steppnähten der Bettwaren.
Schon in dem 1951 erschienen Fachbuch »Angewandte Textilmikroskopie« schreibt der Verfasser, Bruno Hauptmann, Zitat:
Für Gespinste sind die Fasern (Kapok) wegen ihrer großen Glätte und sehr geringen Festigkeit nicht geeignet. Auch die gleichzeitige Verarbeitung mit Baumwollfasern ist nicht zu empfehlen, weil diese (Kapok) schon nach geringer Beanspruchung aus dem Gespinst fallen.

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